Untergrund
Der Untergrund muss frei von losen Bestandteilen sein.
Große Unebenheiten sind auszugleichen.
Position und Lage
Der Injektionsschlauch wird in der Fugenmitte innerhalb der Bewehrung verlegt.
Die Mindestbeton-Überdeckung von 8 cm darf nicht unterschritten werden.
Der Injektionsschlauch muss immer Kontakt zum Untergrund haben.
Dabei ist der Schlauch so zu verlegen, dass sich beim Proflex das gelbe
Innenprofil unten befindet.
Nur dann sind die Austrittsöffnungen direkt gegen die Fuge gerichtet.
Befestigung
a) Die Steckis im Abstand von 15 cm in den Frischbeton stecken und den
Injektionsschlauch nach Abbinden des
Betons unter die Steckis klippsen.
b) ODER die Metallschellen auf den Injektionsschlauch klemmen und mit Bolzenschuss
oder Stahlnagel im Abstand von max. 15 cm fixieren.
c) Überlappungsstellen und Stöße sind so auszuführen,
dass der Injektionsschlauch mind. 5 cm überlappt. Der Abstand zueinander
darf 3 cm nicht unterschreiten. Schlauch-Ende abkleben und mit Metallschelle
sichern. Abschließend Entlüftungsenden mit Enddose oder Nagelpacker
(je nach Bedarf) montieren.
Verkürzen oder Verlängern
Verkürzen: Einfach die zu kürzende Länge aus der Mitte heraustrennen
und die verbleibenden Enden mit Schraubverbindern wieder zusammenschrauben.
Verlängern (max. auf 12 m): Schlauch durchtrennen und das Verlängerungsstück
mit einem Steckverbinder einschrauben. Der Schraubverbinder ist ein Ergänzungsteil,
welches zusätzlich bestellt werden kann.
Diese Fehler sind zu vermeiden:
Den Injektionsschlauch niemals direkt an der Bewehrung verlegen. Die
Injektionsschläuche niemals übereinander verlegen. Den Injektionsschlauch
so verlegen, dass er an
keiner Stelle eine Aussparung oder Fuge berührt. An solchen Stellen
könnte beim späteren Verpressen das Harz frei austreten und es
ließe sich kein Verpressdruck aufbauen. Deshalb z.B. in Fugenbereichen
den Schlauch so abdecken, dass dies verhindert wird. Von Dehnfugen mind.
8 cm Abstand halten.
Verpressharze
~ Bei nasser Fuge kommt nur das PUR-Harz oder das Acryl-Harz in Frage.
~ Die einschlägigen Richtlinien und Merkblätter der Berufsgenossenschaft
zum Verarbeiten von PUR und Acryl-Harzen beachten.
~ Schutzkleidung tragen (Handschuhe, Schutzbrille, etc.).
~ Gebindeeinheit immer komplett zusammenrühren.
~ Mischung sehr gut durchrühren.
~ Umtopfen zur Kontrolle des ausreichenden Mischens ist zu empfehlen.
~ Weder Wasser noch andere Materialien zurühren.
~ Die Verarbeitungszeit von Verpressharzen ist stark temperaturabhängig.
Die Topfzeit von PUR-Harz beträgt bei 20°C ca. 40 Minuten und bei
Acryl-Harz ca. 60 Minuten.
~ Mindestbauteiltemperatur ist bei PUR-Harz 8°C und bei Acryl-Harz 0°C.
Injektionspumpen
Je nach Menge der zu verpressenden Bauteile empfiehlt sich für
~ große Mengen: eine elektrische Zweikomponenteninjektionspumpe
~ mittlere Mengen: eine elektrische Einkomponenteninjektionspumpe
~ kleinere Mengen: Handpresse
Die Injektionspumpe muss eine stufenlose Druckregelung zulassen. Über
ein Manometer sollte der Druck ständig kontrolliert werden können.
Das Verpressen
~ Kegelkopfnippel in den ersten Nagelpacker eindrehen.
~ Entlüften des Schlauches: Befüllen des ersten Verpressabschnittes
mit Harz, bis am zugehörigen zweiten Nagelpacker Harz austritt.
~ Zweiten Nagelpacker mit weiterem Kegelkopfnippel verschließen.
~ Mit mäßigem und lang andauerndem Druck Harz eintreiben.
~ Verpressdruck kontrolliert von 0 bis max. 80 bar hochfahren.
~ Lang anhaltender geringer Druck ist sinnvoller als kurzfristig hoher
Druck.
~ Dem Harz muss Gelegenheit gegeben werden, auch in fein verästelte
Risse vorzudringen.
~ Vorsicht: Auch mit der Handpresse ist ganz erheblicher Druck zu erzeugen
(Hydraulik).
~ In jedem Fall innerhalb der Verarbeitungszeit des Harzes ein- oder besser
zweimal nachverpressen.
~ Harzaustritt entlang der Arbeitsfuge ist für eine funktionierende
Abdichtung nicht zwingend nötig.
~ Bei starkem Wasserdurchtritt durch die unbehandelte Fuge ist auf die
Fließgeschwindigkeit zu achten. Das Harz muss Gelegenheit haben,
in der Fuge zu erhärten, ohne ausgespült
zu werden. Gegebenenfalls geeignete Maßnahmen vor dem Verpressen
treffen. Verpressprotokoll führen.
Das Mehrfachverpressen
~ Der Proflex Verpreßschlauch ist in Verbindung mit Acryl-Harz mehrfachverpressbar.
~ Herstellen der Acryl-HarzMischung: Die benötigte Menge der Einzelkomponenten
nach Volumen 1:1 abmessen und gründlich mit einem Rührgerät
(z. B. Bohrmaschine mit Mischpropeller) vermischen. Umrühren von
Hand genügt nicht. Nach dem Mischen – ohne Reifezeit – sofort verarbeitbar.
~ Kegelkopfnippel in den ersten Nagelpacker eindrehen.
~ Entlüften des Schlauches: Befüllen des ersten Verpressabschnittes
mit Acryl-Harz, bis am zugehörigen zweiten Nagelpacker Harz austritt.
~ Zweiten Nagelpacker mit weiteren Kegelkopfnippel verschließen.
~ Mit mäßigem und lang andauerndem Druck Harz eintreiben.
~ Verpressdruck kontrolliert von 0 bis max. 80 bar hochfahren.
~ Lang anhaltender geringer Druck ist sinnvoller als kurzfristig hoher
Druck.
~ Dem Harz muss Gelegenheit gegeben werden, auch in fein verästelte
Risse vorzudringen.
~ Nach dem Verpressen des Schlauches und noch vor der Aushärtung
des Harzes muss der Schlauch entleert und mit Leitungswasser freigespült
werden, damit dieser bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut
verpresst werden kann.
Schlauch entleeren:
Verpresskreis beidseitig öffnen (Kegelkopfnippel entfernen)
a) Entleerung mit Druckluft – an einem der beiden Nagelpacker des Verpresskreises
max. 1 bar Druckluft aufbringen und Schlauch freiblasen, anschließend
noch kurz mit Leitungswasser durchspülen.
b) Entleerung mit Wasser – an einem der beiden Nagelpacker des Verpresskreises
max. 1 bar Wasserdruck aufbringen und Schlauch freispülen.
c) Entleerung mit Vakuum – an einem der beiden Nagelpacker des Verpresskreises
Vakuumgerät anschließen und den Schlauch leersaugen, anschließend
noch kurz mit Leitungswasser durchspülen.
Harzverbrauch
~ Füllmenge für Proflex und Pro Verpreßschlauch: 0,4 kg/10
lfm
~ Regelverbrauch: 1 kg/10 lfm
~ Eine entscheidende Rolle beim Harzverbrauch spielt selbstverständlich
die Betonierqualität im Bereich der Arbeitsfugen. Hier hat es sich
als günstig erwiesen, wenn mit einer Anschlussmischung (0/8 Körnung)
gearbeitet wird.
Reinigen der Arbeitsgeräte
Beim PUR-Harz können die Arbeitsgeräte vor dem Erhärten
des Harzes mit Spezialreiniger gereinigt werden.
Beim Acryl-Harz können die Arbeitsgeräte vor dem Erhärten
des Harzes mit Leitungswasser gereinigt werden.
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