Beim Blower-Door-Test wird die
Luftdichtigkeit von Wohngebäuden gemessen. Dazu wird ein Drucktest
des gesamten Gebäudes durchgeführt. Mit Hilfe eines Gebläses
wird dabei innerhalb des beheizbaren Bereichs eines Gebäudes eine stationäre
Druckdifferenz zur Umgebung aufgebaut. Dies führt zu der allgemeinen
Bezeichnung ‘Differenzdruck-Verfahren‘. Die gebräuchlichste Mess-Ausrüstung
für solche Untersuchungen heißt Blower-Door (blasende Türe),
weswegen man auch vom ‘Blower-Door-Test’ spricht.
Blower-Door - Ausrüstung
Zur Blower-Door Ausrüstung
gehört ein Gebläse, das mit Hilfe eines verstellbaren Rahmens
und eines Nylontuchs luftdicht in den Rahmen einer Außentüre
eingebaut werden kann. Über eine Drehzahlregelung für das Gebläse
und verschiedene Messblenden kann der vom Gebläse geförderte Volumenstrom
in einem weiten Bereich der jeweiligen Gebäudegröße und
-dichtigkeit angepasst werden. Die Messausrüstung enthält weiterhin
ein Manometer, das die Druckdifferenz zwischen dem Gebäudeinneren und
der Umgebung misst, sowie eine Einrichtung zur Bestimmung des Volumenstroms,
der vom Gebläse gefördert wird.
Ziele des Blower-Door-Test
Die Untersuchung eines Gebäudes
mit der Blower-Door verfolgt zwei Ziele:
1. Bestimmung der Luftwechselzahl n50.Dazu wird zunächst der Volumenstrom
bestimmt, der für die Aufrechterhaltung von 50 Pa Differenzdruck erforderlich
ist. Dividiert man diesen Wert durch das Luftvolumen des untersuchten Gebäudes,
so erhält man den n50-Wert. Er wird international für die Bewertung
der Luftdichtigkeit verwendet. Ein n50-Wert von 3 pro Stunde (in Zeichen
3/h) bedeutet z.B., dass bei 50 Pa Differenzdruck das Luftvolumen des Gebäudes
dreimal pro Stunde ausgetauscht wird.
2. Ortung der noch vorhandenen Leckagen.Hierzu wird mit dem Gebläse
im Gebäude ein Unterdruck von etwa 50 Pa eingestellt. Bei dieser Druckdifferenz
lassen sich an Undichtigkeiten deutliche Luftströmungen nachweisen.
Der Nachweis einer Luftströmung erfolgt durch Messung der Strömungs-Geschwindigkeit
mit einem Thermo-Anemometer. Da die Luftbewegung mit der Hand deutlich gefühlt
werden kann, können bei einer schnellen Lecksuche Undichtigkeiten auch
ertastet werden. In gesonderten Fällen kann der Einsatz eines Nebelgenerators
oder einer Infrarot-Kamera erforderlich sein.
>> 7 Gründe für eine luftdichte Gebäudehülle
|